Wozu eine Notfallmappe?

Eine Notfallmappe sammelt alles, was Ihr Betrieb braucht, wenn die IT ausfällt, Daten verloren gehen oder eine wichtige Person nicht erreichbar ist: wen man anruft, wo was liegt und was zuerst zu tun ist.

Aufgeräumter Schreibtisch von oben mit blauem Ordner, ausgedruckter Liste, Laptop und Kaffeetasse.

Montag, 7:30 Uhr – nichts geht mehr

Ohne Notfallmappe

  • Niemand weiß, ob der IT-Betreuer zuerst angerufen wird oder die Bank.
  • Die Telefonnummern stehen im Rechner, der nicht mehr startet.
  • Ob und bis wann eine Datenpanne gemeldet werden muss, sucht man erst im Internet.
  • Wo die Zugänge zu Bank, E-Mail oder Website liegen, weiß nur eine Person – ist sie krank oder im Urlaub, steht alles.
  • Ob die Datensicherung wirklich funktioniert, merkt man erst, wenn man sie braucht.
  • Jeder macht etwas anderes: Wichtige Schritte werden vergessen oder doppelt erledigt.
  • Fragt die Versicherung nach der Notfallvorsorge, gibt es nichts vorzuzeigen.

Mit Notfallmappe

  • Die Notfallkarte hängt an der Wand, die Mappe ist am Handy erreichbar.
  • Die Telefonliste sagt, wer in welcher Reihenfolge angerufen wird.
  • Der Notfall-Modus zeigt die nächsten Schritte und die laufenden Fristen.
  • Festgehalten ist, wo jeder wichtige Zugang liegt – ohne die Passwörter selbst aufzuschreiben.
  • Die Wiederherstellung ist beschrieben, und DMTS erinnert daran, sie regelmäßig zu prüfen.
  • Alle kennen ihre Aufgabe; die Handlungsanweisungen führen Schritt für Schritt durch den Notfall.
  • Freigegebene, versionierte Dokumente belegen die Vorsorge gegenüber Versicherung, Kunden und Prüfern.

Was hineingehört

  • Notfallkarte und Notfallplan
  • Telefonliste: Personen und Stellen
  • Wo Zugänge liegen (ohne Passwörter)
  • Datensicherung und Wiederherstellung
  • IT-Inventar und Dienstleister
  • Datenschutz: Verarbeitungen, Schutzmaßnahmen, Datenpannen

Papier oder digital?

Papier ist im Ernstfall gut – solange es aktuell ist. Die Digitale Mappe für Technik und Sicherheit (DMTS) hält die Mappe aktuell, erinnert an Prüfungen und erzeugt jederzeit ein PDF zum Ausdrucken. Beides zusammen ist die sichere Wahl.

Wer braucht eine?

Jeder Betrieb, der mit Computern, E-Mail oder Onlinebanking arbeitet – vom Einzelunternehmen bis zum Mittelstand. Der Umfang wächst mit der Größe; dafür gibt es die Stufen.

Genauer: was BSI, DSGVO und NIS-2 dazu sagen

BSI: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik empfiehlt auch kleinen Unternehmen eine Notfallvorsorge mit Notfallplan, Ansprechpartnern und Datensicherung (u. a. im «Weg in die Basis-Absicherung», WiBA).

DSGVO: Art. 32 verlangt angemessene technische und organisatorische Maßnahmen, Art. 33 die Meldung einer Datenpanne binnen 72 Stunden an die Aufsichtsbehörde.

NIS-2: Betroffene Einrichtungen müssen nach § 30 BSIG u. a. Notfallmanagement und Datensicherung umsetzen und nach § 32 BSIG erhebliche Sicherheitsvorfälle fristgerecht melden.

Keine Rechtsberatung. Ob und welche Pflichten für Ihren Betrieb gelten, hängt vom Einzelfall ab.

Der Anfang ist schnell gemacht.

Starten Sie direkt oder lassen Sie sich kurz zurückrufen – wir klären, welche Stufe passt, und richten Ihre Mappe ein.